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SEO und Domains

Was kennzeichnet eine perfekte, suchmaschinenoptimierte Domain? Darüber wurden schon ganze Bücher geschrieben. Die perfekte Domain ist kurz, einprägsam, für alle wichtigen Extensions (Toplevel-Domains, com, net, org, de) noch zu haben, und enthält mindestens 1, besser 2 prägnante, aussagefähige Keywords. Da das fast schon eine Paradoxie ist, kann man kurzerhand sagen: Die perfekte Domain gibt es nicht. Viele hervorragende Domains haben sich in der Praxis als wertlos herausgestellt, und hinter mancher komplizierten und völlig ungeeigneten Domain verbirgt sich ein sehr erfolgreiches Projekt. Bei der Domain gilt, wie auch bei der Suchmaschinenoptimierung allgemein, dass das Gesamt-Konzept stimmen muss.
 
Generell kann man sagen, dass langfristig angelegte Projekte, die eine konkrete "Marke" etablieren wollen, und neben der Suchmaschinen-Laufkundschaft auch eine große, immer wieder kommende "Stammkundschaft" anstreben, vor allem die Einprägsamkeit und Originalität ihrer Domain im Auge haben sollten, die Domain hat dann die Funktion eines Markennamens, mitunter völlig ohne konkreten Bezug zum Inhalt (zB. Stern, Spiegel, Focus, Otto, Aldi etc.), während eher kurzfristig angelegte Webauftritte, oder solche, die speziellen Wert auf die Laufkundschaft von Suchmaschinen legen, am besten sehr aussagefähige Domains mit mindestens einem, womöglich sogar 2 oder 3 Keywords bevorzugen sollten (zB. giv-archiv-animationen.com). Auch da könnt ihr, alleine beim rum-googlen, von der etablierten Konkurrenz einiges lernen.
 

SEO und Layout

Beim Layout sitzt der suchmaschinen-orientierte Webdesigner zwischen zwei Stühlen. Suchmaschinen und Besucher sehen zwei völlig verschiedene Dinge: Suchmaschinen den Quelltext, Besucher die grafische HTML-Interpretation des Browsers. Ein niemals ganz auszuräumender Widerstreit, dessen man sich bewusst sein muss. Suchmaschinen lesen streng von links nach rechts und von oben nach unten, wobei sie Grafiken oder Embeds mehr oder weniger ignorieren, und Tabellen, dem Quelltext folgend, unter Umständen in ganz anderer Reihenfolge auslesen als der menschliche Betrachter. Dessen Augen wiederum finden ihren Focus eher irgendwo in der Mitte und verfangen sich besonders gerne in (womöglich animierten) Grafiken.
 
Erst die Erfindung und Ausweitung von CSS (in HTML integrierte Layout-Sprache) macht es überhaupt möglich, einen gewissen Ausgleich zwischen Suchmaschinen-Quelltext und grafischem Erscheinungsbild herzustellen. Es würde völlig den Rahmen sprengen, hier auf CSS einzugehen, deshalb kann ich an dieser Stelle nur den Rat geben, sich als Webdesigner intensiv damit zu beschäftigen, und zu studieren, welche Tricks da auf anderen, erfolgreichen Webprojekten verwendet werden. Der von grafischen Editoren generierte Quelltext jedenfalls sollte unbedingt von fachkundiger Hand nachbearbeitet werden, und von MS-Produkten wie Frontpage oder gar Word (hervorragend zur Textverarbeitung, No-Go für HTML) sollte man vollständig die Finger lassen.
 
Aufgabe dieser Abhandlung ist aber vor allem, auf den psychologischen Aspekt des Layouts einzugehen:
 
Die Suchmaschinenpsyche ist relativ einfach gestrickt: Was ganz oben steht (im Quelltext!) ist wichtig, je weiter unten, desto unwichtiger. Ein besonderer Focus wird darüber hinaus auf den Pfad (Ordner und Dateinamen), den Fenstertitel (Title-Tag im Head) und Überschriften (H-Tags) gelegt. Metatags werden mehr oder weniger ignoriert, schaden aber auch nicht direkt. Allerdings sollte man nur die nötigsten verwenden und keine Keyword-Orgien betreiben, denn Zeit ist für Spider kostbar, und alles was an Zeit beim Auslesen des Head verloren geht (dort sollten deshalb auch keine Scripte untergebracht sein) fehlt später bei der Auswertung des eigentlichen Seiten-Inhalts.
 
Die Besucherpsyche ist dagegen sehr viel komplexer und unberechenbarer. Man sollte in jedem Falle sicherstellen, dass für Erstbesucher mehr oder weniger auf den ersten Blick erkenntlich wird, was sie auf der Webpräsenz erwartet, worum es konkret geht. Spätestens auf den zweiten Blick sollte erkenntlich sein, wo es weiter geht. Webauftritte mit Startseiten, wo man erst den Eingang suchen muss oder mit albernen Flash-Animationen behelligt wird, haben von vorneherein verloren. Kein Besucher will ungefragt Geflimmer angucken oder mit Musik bedröhnt werden.
    Fassen wir also kurz zusammen:
- Inhalt und Thema der Seite sollten auf den ersten Blick deutlich werden, etwaige Dekoration muss demgegenüber in den Hintergrund treten, Flash-Intros gehen gar nicht.
- Spätestens auf den zweiten Blick sollte ein übersichtliches Menu gefunden werden, besonders wichtige Links (Themen die Suchmaschinen-Besucher eventuell besonders interessieren könnten) können auch an hervorgehobener Stelle bzw. im Focus der Seite präsentiert werden.
 
Das Ambiente ist Teil der "Besucher-Psychologie", wird aber in den meisten Fällen völlig überschätzt. Der Erfolg von Läden wie Aldi, aber auch von Webpräsenzen wie zB. Google, zeigt, dass die Leute kein Ambiente suchen, kein Webdesign, sondern Inhalte. Ambiente und Design kann allenfalls unterstützende Funktion haben. Aber auch da muss man sich von der Vorstellung lösen, Layout müsste immer zeitlos elegant und professionell sein. Völliger Unfug. Eine Bank oder Immobiliengesellschaft benötigt einen eleganten, seriösen Auftritt (um den seriösen Schein zu wahren ;-)
    Und ein Künstler oder Webdesigner sollte natürlich, allein schon als Befähigungsnachweis, einen ästhetischen und "professionellen" Internet-Auftritt haben. Für viele andere Themen aber kann das sogar eher kontraproduktiv sein. Eine gewisse Unprofessionalität des Layouts kann mitunter sehr vertrauenerweckend sein (offenbar steckt jemand dahinter, der mit Leidenschaft, und nicht mit kommerziellem Interesse an die Sache geht). Und manchmal kann auch ein geschmackloses, überladenes, gerümpelhaftes Layout sehr sympathisch sein. Wir alle kennen diese kuscheligen Almhütten, eng, dunkel, muffig, die Wände mit Geschmacklosigkeiten überladen, die aber gerade deshalb urgemütlich sind, und sympathischer als jedes neon-ausgeleuchtete innenarchitektur-gestylete Scene-Cafe.
 
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