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Also, meine Eltern haben mich Peter genannt. Ich weiß,
so heißen eigentlich nur Wellensittiche und komische Gestalten aus alten Märchen.
Aber meine Eltern waren fest davon überzeugt, mir einen schönen, zeitlosen
Namen gegeben zu haben. Lassen wir sie in diesem Glauben. Meinen zweiten Vornamen allerdings möchte ich an dieser Stelle verschweigen;
- da sind dann doch die Grenzen des guten Geschmacks allzu weit
überschritten.
Ich bin zur Zeit (seit etwa 20 Jahren) voll
in der Midlife-Crisis: meine Schulden werden immer älter, meine Freundinnen
immer jünger, und die Liste der Dinge, die ich eigentlich noch tun wollte, bevor ich
wegklappe, wird immer länger und unüberschaubarer. Der Trick beim Älterwerden
ist aber vermutlich, daß man im Laufe der Jahre einfach vergißt, was man ursprünglich mal alles wollte ...
Und ich habe schon sehr viel gewollt und teilweise auch gemacht und erlernt in meinem Leben. Aber leider (oder zum
Glück?!) hatte ich nie die eine Sache gefunden, auf die ich mich hätte voll konzentrieren mögen. Die Angst, gleichzeitig etwas anderes zu verpassen, war einfach zu groß. Vielleicht
habe ich mir aber gerade dadurch einen globalen Überblick geschaffen, der den heute üblichen
Spezialisten völlig fehlt.
So habe ich im Laufe meines Lebens schon Musik gemacht, Natur-Parfüms kreiert, Horoskope erstellt, satirische Artikel geschrie-ben, und manchmal sogar gearbeitet
Eines Tages aber sollte sich eine große und einschneidende Veränderung abzeichnen. Etwas Neues, bis dato in dieser Intensität und Bedeutung nie gekanntes, trat in mein Leben: Der Computer.
Es störte meine damalige Freundin nicht, daß ich viel älter war; es störte sie nicht, daß ich auf ihre Kosten lebte; es störte sie nicht einmal, daß ich immer wieder mit anderen Mädchen rummachte, aber als ich eines Tages mit einem neu erworbenen Computer nach Hause kam, war das der Anfang vom Ende, und gleichzeitig der Beginn einer neuen großen Leidenschaft, einer unsterblichen Liebe. Eigentlich Hass-Liebe, aber das sind wohl alle großen Leidenschaften.
Inzwischen ist der Computer zu meinem hauptsächlichen und liebsten Gesellschafter, um nicht zu sagen Partner, geworden. Und diese Allianz ist schlichtweg großartig: er stürzt zwar ständig ab, aber irgendwie kann ich ihm immer wieder auf
die Beine helfen. Das gibt einem so ein wohliges Gefühl des Gebraucht-Werdens.
Und außerdem widerspricht er nie. Er hat manchmal seine eigene Meinung, aber er
behält sie für sich, und meistens kann ich ihn überzeugen. Bilde ich mir zumindest ein, genau weiß ich nicht, was er denkt. Jedenfalls, die Mädels kommen und gehen, aber mein Computer bleibt. Er ist ohne
Zweifel der ideale Lebenspartner!
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